2016-12-06

Caravaggisten - ...

Caravaggios Erben - Ausstellung

Caravaggio gilt als eine der revolutionärsten Figuren der Kunstgeschichte. Seine innovative Art zu malen, beeinflusste Generationen von Künstlern. In Wiesbaden darf jetzt mitgelitten werden: die Ausstellung »Caravaggios Erben« zeigt, wie der neapolitanische Barock auf Caravaggios Drastik und Einfühlung setzt.
Eine anmutige Frau, die dem Betrachter hoheitsvoll in die Augen blickt. Mit ihrer zarten Hand presst sie ein blutiges Tuch an den Oberkörper – man hat ihr die Brüste amputiert. Heftig? Es geht noch krasser: eine Frau, die einem Mann den Kopf absäbelt und dabei so gleichgültig wirkt, als nehme sie ein Tier aus. Oder dies: Leichen und Sterbende türmen sich auf dem Pflaster. Ein Kleinkind saugt an der Brust seiner toten Mutter. Folter, Missbrauch, Gemetzel und Pest – man verlässt diese Ausstellung aufgewühlt. Auch wenn längst nicht alle der je über 100 Gemälde und Zeichnungen ein so brutales Geschehen zeigen. Es ist die Drastik der Darstellung, die bewegt: die Wucht der Gesten, die Dramatik der Lichtführung und der oftmals enge Bildausschnitt, der den Betrachter ganz dicht an das Geschehen heranführt. >>> Quelle mit Bildern

2016-12-05

Nikolaus Habjan - Hasspostings als Puppentheater



Außerdem: Was geschieht... / Gedicht von Erich Fried *
 „Es ist geschehen / und es geschieht nach wie vor / und wird weiter geschehen / wenn nichts dagegen geschieht.

Erbbiologisch + sozial minderwertig (Termine)

- Puppentheater über das Leben von Friedrich ZAWREL (>>>Info)

Ein ganz normaler Arzt (Dokumentation, Teil 1)

Heinrich Gross, HJ-Mitglied, SA-Mitglied und NSDAP-Mitglied, war 1944 Stationsarzt an der Wiener Euthanasieklinik „Am Spiegelgrund". 1950 stand er wegen Beteiligung an der Tötung von Kindern mit Behinderung erstmals vor Gericht. Zwei Jahre Haft lautete das Volksgerichtsurteil vom 19. März 1950. Nachdem der Oberste Gerichtshof den Schuldspruch jedoch wegen mangelnder Beweiskraft aufgehoben hatte, wurde das Verfahren eingestellt.
Die Teilnahme an Euthanasieaktionen war für Gross' beruflichen Aufstieg kein Hindernis: In den 1950er Jahren forschte er an den bis heute in der Klinik „Am Spiegelgrund" gelagerten Kindergehirnen weiter. Diese Untersuchungen begründeten seinen wissenschaftlichen Ruf als Neurologe. Er machte eine steile Karriere, wurde Primar und prominentester Gerichtsgutachter Österreichs, er wurde mit Preisen und Auszeichnungen überhäuft, darunter das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Forschung.
Erst 1999 gab es eine neue Anklage. 2000 platzt der Prozess gegen Heinrich Gross endgültig, denn wegen fortschreitenden Gedächtnisverlustes bescheinigte ihm das Gericht Handlungsunfähigkeit. Dass sich der gesundheitliche Zustand bessern würde, war nicht anzunehmen. 2005 starb Heinrich Gross. Steht der Weg des 84-Jährigen symbolhaft für das Psychogramm und die Kontinuität der Verdrängung in der Zweiten Republik? Die Dokumentation „Ein ganz normaler Arzt" zeichnet Ursachen und Hintergründe der steilen Karriere eines Mannes nach, der sich immer als ganz normaler Arzt verstanden hat. (>>> Teil 2 / >>> Teil 3)
* Was geschieht  Lyrik von Erich Fried (1921-1988)
Es ist geschehen
und es geschieht nach wie vor
und wird weiter geschehen
wenn nichts dagegen geschieht.
Die Unschuldigen wissen von nichts,
weil sie zu unschuldig sind
und die Schuldigen wissen von nichts,
weil sie zu schuldig sind.
Die Armen merken es nicht,
weil sie zu arm sind
und die Reichen merken es nicht,
weil sie zu reich sind.
Die dummen zucken die Achseln,
weil sie zu dumm sind
und die Klugen zucken die Achseln,
weil sie zu klug sind.
Die Jungen kümmert es nicht,
weil sie zu jung sind,
und die Alten kümmert es nicht,
weil sie zu alt sind.
Darum geschieht nichts dagegen
und darum ist nichts geschehen
und geschieht nach wie vor
und wird weiter geschehen.

2016-11-30

Francis Kere - Architektur des Volkes

Mit seiner nachhaltigen Bauweise gehört der aus Burkina Faso stammende Architekt Francis Kéré zu den wichtigsten Vertretern sozial engagierter Architektur. Die Ausstellung "Francis Kéré. Radically Simple" präsentiert jetzt einen Überblick seines Werkes und bringt Besuchern dabei viel Unbekanntes und Neuartiges näher.

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Welt - Geschichte - Bevölkerung - Zeit

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2016-11-29

Guernica / Picasso

Aus dem POOL: BILDRHETORIKEN: Bilder von Liebe, Krieg, Tod...

Pablo PICASSO "Guernica"

Guernica, 1937 Öl auf Leinwand, 349x777, Museo Reina Sophia
Es entstand als Reaktion auf die Zerstörung der spanischen Stadt Guernica (heute baskisch Gernika) durch den Corpo Truppe Volontarie, die während des Spanischen Bürgerkrieges auf Seiten Francisco Francos> kämpften. Heute befindet es sich zusammen mit einer umfangreichen Sammlung von Skizzen im Museo Reina Sofía in Madrid. >>> Wikipedia

>>> Die Geschichte des Bildes / Welt
>>> Historischer Hintergrund
>>> Spiegel-Artikel zum 70. Jahrestag 2007
>>> Holocaust-Refernez / Die junge Luftwaffe
>>> Artikel
>>> Referat mit folgender Quellenangabe:
Max Imdahl * (1925-1988): Picassos Guernica. Kunstmonographie, Insel Taschenbuch (Der Kunsthistoriker Imdahl bezeichnet das Bild als das bedeutendste „Ereignisbild unseres Jahrhunderts“ (gemeint ist das letzte Jahrhundert).
Gijs van Hensbergen: Guernica – Biographie eines Bildes

Wiltrud Wössner, Kunsthistorikerin: Interpretation des Bildes Guernica (Internet)
>>> Bildanalyse - Hausaufgaben Animation / Interpretation
>>> Artikel / Die Zeit zum 75. Jahrestag

* Buchtipp Max Imdahl: Picassos Guernica

Das Bild »Guernica«, 1937 entstanden, ist das bedeutendste Ereignisbild unseres Jahrhunderts. Wie kaum ein anderes Kunstwerk seiner Zeit ist es ins allgemeine Bewußtsein gedrungen. Es entstand aus Protest gegen die faschistische Kriegsführung im Spanischen Bürgerkrieg, insbesondere gegen die Bombardierung der baskischen Stadt Guernica durch die »Legion Condor«, und ist bis heute im öffentlichen Bewußtsein der künstlerische Ausdruck des Protestes gegen den Krieg überhaupt.
Max Imdahl beschreibt in diesem Band das Bild und seine Wirkung, sowohl in Hinblick auf das Dargestellte selbst als auch auf die besondere Darstellungsweise Picassos und seine unterschiedlichen stilistischen Phasen.

2016-11-28

Schach - Spiel der Könige

Das "Buch der Spiele"

Die Miniaturen entstammen dem sogenannten "Buch der Spiele" des Königs Alfons X. von Kastilien und Léon. Die mit 150 kunstvollen Darstellungen geschmückte Handschrift wurde ca. 1283 in Sevilla vollendet. Zunächst gelangte sie in die Capilla Real in Granada, bis sie im 16. Jahrhundert von König Philipp II. der Bibliothek des Königspalastes, San Lorenzo de El Escorial übergeben wurde, wo sie unter der Signatur j.T. 6 noch heute liegt. Farbige Faksimiles der Illustrationen finden sich in der kommentierten Ausgabe mit deutscher Übersetzung von Ulrich Schädler und Ricardo Calvo.
Lit.: Schädler, Ulrich, Calvo, Ricardo (Hg.): Das Buch der Spiele, übers. und komm. von Ulrich Schädler und Ricardo Calvo, Wien 2009 (Ludographie 1).
 Abbildung aus dem "Buch der Spiele"

Die Perspektive, in der das Schachbrett gezeichnet ist, irritiert. Sie wirkt "falsch", weil sie nicht mit der Wahrnehmung vom Standpunkt (Augenpunkt) vom Betrachter aus übereinstimmt. Im Mittelalter kannte man die Prinzipien der Zentralperspektive noch nicht.








Schachbrett in Zentralperspektive

2016-11-26

Spiel mit Licht und Schatten - Caravaggio



Licht, Theatralik, Realismus: Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) gilt als Meister der Hell-Dunkel-Malerei. Er führte ein kurzes und bewegtes Leben, hatte frühes Talent und erlangte frühe Berühmtheit. Seine erfolgreichsten Jahre verbrachte er in Rom, wo er für einflussreiche Auftraggeber arbeitete. Caravaggio gilt auch als Prototyp des verruchten Künstlers. Lang ist die Liste seiner blutigen Auseinandersetzungen und Streitereien. Er saß mehrfach im Gefängnis. Schließlich wurde er wegen Mordes zum Tode verurteilt, musste vor der päpstlichen Polizei aus Rom nach Neapel, Malta und Sizilien fliehen und starb dann am 18. Juli 1610. Sein Leichnam soll, wie der von Pier Paolo Pasolini, an einem Strand gefunden worden sein.

Er hatte seine Gemälde nicht signiert und so gerieten sein Name und sein Werk in Vergessenheit. Von den mehr als 500 Gemälden, die Caravaggio nach seinem Tod zugeschrieben wurden, hatte er keine 50 wirklich selbst gemalt. Dass Caravaggios Gesamtwerk und seine Biografie heute wieder weitgehend rekonstruiert sind, ist der langjährigen Arbeit verschiedener Kunsthistoriker zu verdanken. 

Wolfgang Kallab war der Erste, der sich 1905 ans Werk machte. Lionello Venturi, Roberto Longhi und andere führten seine Arbeit fort und sorgten dafür, dass die tatsächliche Urheberschaft geklärt wurde - Bild um Bild. 60 Jahre lang wurden sämtliche Kunstwerke, die von Caravaggio hätten stammen können, geprüft, verglichen und kritisch beleuchtet. Immer wieder entdeckte man dabei unbekannte Gemälde von Caravaggio, zuletzt 1990 im Refektorium eines Klosters. Die Dokumentation erzählt diese ungewöhnliche Werkgeschichte und führt nach Rom, Malta, Paris, Rouen und Montpellier, wo heute die bedeutendsten Werke Caravaggios ausgestellt sind.

Johannes der Täufer >>> Analyse Artefakte S 10ff

"Einem Künstler wird, solange sein Stil begehrt ist, fast alles verziehen." >>> Greo-Artikel 

Ausstellung in Rom (ohne ORIGINALE, sondern Multimedia Projektionen)